Die US-Steuerbehörde IRS und die britische Steuerbehörde HMRC arbeiten gegen internationale Steuerhinterziehung zusammen. In einer Mitteilung vom 7. Oktober 2026 betont die IRS die Bedeutung von Hinweisgebern beim Aufdecken verborgener Vermögenswerte und Einkünfte. Dabei nennt sie auch nicht gemeldete Auslandskonten und fehlende FBAR-Meldungen. Die Mitteilung ändert die bestehenden FBAR-Regeln nicht und kündigt keine gesonderte Kontrollkampagne gegen Amerikaner im Ausland an.
Die Zusammenarbeit unterstützt das Strengthened Reward Scheme von HMRC. Dieses britische Belohnungsprogramm für Hinweisgeber wurde im November 2025 gestartet. Die IRS half bei der Entwicklung und brachte die Erfahrung ihres eigenen Whistleblower Office ein.
Hinweisgeber melden Informationen über mögliche Verstöße. Das britische Programm richtet sich gegen schwerwiegende Steuervermeidung oder Steuerhinterziehung, typischerweise im Zusammenhang mit vermögenden Personen, großen Unternehmen oder internationalen Konstruktionen. Eine finanzielle Belohnung ist möglich, wenn die Informationen HMRC helfen, mindestens 1,5 Millionen britische Pfund an Steuern einzuziehen. HMRC entscheidet nach eigenem Ermessen; eine Belohnung ist nicht garantiert.
Die IRS beschreibt, wie Auslandskonten, Briefkastenfirmen und grenzüberschreitende Transaktionen genutzt werden können, um Vermögen oder Einkünfte zu verbergen. Informationen von Personen mit Einblick in solche Strukturen können bei Ermittlungen helfen.
Die Mitteilung nennt nicht gemeldete Auslandskonten und unterlassene FBAR-Meldungen ausdrücklich als Sachverhalte, zu denen Hinweisgeber Informationen liefern können.
Der FBAR, ausgeschrieben Report of Foreign Bank and Financial Accounts, ist eine gesonderte Meldung von Finanzkonten außerhalb der Vereinigten Staaten. Er wird bei FinCEN eingereicht, einer Behörde des US-Finanzministeriums. Der FBAR ist kein Bestandteil der US-Einkommensteuererklärung.
Grundsätzlich müssen US-Personen, darunter US-Staatsbürger, einen FBAR einreichen, wenn sie ein finanzielles Interesse an meldepflichtigen Finanzkonten außerhalb der USA oder eine Zeichnungs- oder sonstige Verfügungsbefugnis darüber haben und der Gesamtwert dieser Konten zu irgendeinem Zeitpunkt im Kalenderjahr mehr als 10.000 US-Dollar beträgt. Es gibt Ausnahmen.
Besitzen Sie die US-Staatsbürgerschaft und leben Sie in Deutschland? Dann gilt ein gewöhnliches Giro- oder Sparkonto bei einer Bank in Deutschland für die US-Meldepflichten grundsätzlich als Auslandskonto. Dass Sie in Deutschland Steuern zahlen, hebt eine mögliche FBAR-Pflicht nicht auf.
Eine Meldung kann deshalb auch erforderlich sein, wenn Sie keine zusätzliche US-Einkommensteuer schulden. Die Grenze von 10.000 US-Dollar gilt für den Gesamtwert der betreffenden Konten, nicht für jedes Konto einzeln.
Die Mitteilung beschreibt keine gesonderte Kontrollkampagne gegen gewöhnliche Amerikaner, die außerhalb der USA leben. Sie ändert weder die FBAR-Schwelle noch führt sie eine neue Steuererklärungs- oder Meldepflicht ein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Personen, die die Regeln nicht kannten, automatisch von bestehenden Pflichten befreit sind. Fehlende Meldungen können auch ohne Vorsatz Folgen haben. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls.
Vielleicht wurden Sie in den Vereinigten Staaten geboren und sind als kleines Kind nach Deutschland gezogen. Oder Sie haben die US-Staatsbürgerschaft über einen amerikanischen Elternteil erworben. Ob dies zutrifft, hängt von den bei Ihrer Geburt geltenden Staatsangehörigkeitsregeln ab.
Menschen in dieser Situation werden auch Zufalls-Amerikaner oder Accidental Americans genannt. Wenn Sie seit Jahrzehnten in Deutschland leben und arbeiten, kann es überraschend sein, dass möglicherweise auch US-Erklärungspflichten bestehen.
Eine Pflicht nicht gekannt zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass Sie vorsätzlich Steuern hinterzogen haben. Es bedeutet aber auch nicht, dass die Pflicht entfällt oder finanzielle Sanktionen in jedem Fall ausgeschlossen sind.
Die IRS bietet die Streamlined Filing Compliance Procedures für Steuerpflichtige an, die die Voraussetzungen erfüllen und deren frühere Versäumnisse nicht vorsätzlich waren. Die IRS bezeichnet dies als non-willful conduct. Dazu können Fehler, Fahrlässigkeit oder ein gutgläubiges Missverständnis der gesetzlichen Anforderungen gehören.
Wer außerhalb der USA lebt und die Voraussetzungen erfüllt, muss im Rahmen der Streamlined Foreign Offshore Procedures in der Regel drei Jahre überfällige oder berichtigte Steuererklärungen einschließlich vorgeschriebener Informationsformulare und sechs Jahre überfällige FBAR-Meldungen einreichen. Hinzu kommen eine unterzeichnete Erklärung zum fehlenden Vorsatz und die Zahlung eventuell geschuldeter Steuern und Zinsen.
Ein Wohnsitz außerhalb der USA oder Unkenntnis der Regeln allein reicht nicht aus. Es gelten konkrete Voraussetzungen zum Aufenthalt außerhalb der USA und weitere Zugangsvoraussetzungen. Wer bereits einer zivilrechtlichen Steuerprüfung durch die IRS oder strafrechtlichen Ermittlungen der IRS unterliegt, kann das Verfahren nicht nutzen.
Haben Sie Steuererklärungen oder Meldungen versäumt? Ein spezialisierter Berater kann prüfen, ob dieses Verfahren für Sie infrage kommt. Americans Overseas kann Ihnen das Streamlined-Verfahren erläutern und Ihnen helfen, passende fachliche Unterstützung zu finden.
Sind Ihre Steuererklärungen und Meldungen vollständig und aktuell, entsteht durch diese Mitteilung keine zusätzliche Einreichungspflicht. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie prüfen, ob die US-Regeln auf Sie zutreffen, welche Erklärungen oder Kontomeldungen erforderlich waren und was Sie bereits eingereicht haben.
Fehlt etwas, lassen Sie sich zur geeigneten Vorgehensweise beraten. Ihre Staatsangehörigkeit oder Ihr Aufenthaltsstatus, Ihre Konten, Einkünfte und bisherigen Erklärungen helfen dabei, den passenden nächsten Schritt zu bestimmen.
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und stellt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung dar.
Wir, die Gründer von Americans Overseas, wurden in den Niederlanden geboren und haben unsere US-Staatsbürgerschaft über unsere (amerikanische) Mutter erhalten.
Als wir 2013 zum ersten Mal vom Steuerabkommen zwischen den Niederlanden und Amerika hörten, waren wir ungläubig (das kann doch nicht wahr sein), wütend (wie kann man das einfach tun), ängstlich (werde ich jetzt bestraft oder habe Probleme), und panisch (was soll ich tun).
Es ist (leider) wahr, dass es eine US-Steuerpflicht für Niederländer gibt, die die US-Staatsbürgerschaft durch Geburt erworben haben. Es gab keine Informationen von der lokalen Regierung, das Konsulat verwies uns an die IRS, und die IRS war undurchdringlich.
Deshalb haben wir dieses Projekt gestartet, um Menschen mit guten Informationen zu helfen, unnötige Panik zu vermeiden und unverbindlich und kostenlos Hilfe anzubieten. Falls gewünscht und notwendig, verfügen wir über ein Netzwerk erschwinglicher Fachleute (Steuerberater), die Ihnen weiterhelfen können, Ihre US-Steuerpflichten zu erfüllen.
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Verstehen des US-Steuersystems, der Verpflichtungen und aller zusätzlichen Bedingungen kann schwierig sein. Vor allem, wenn man außerhalb Amerikas lebt. Ist Ihre Frage nicht beantwortet? Kontaktieren Sie uns.
Nein. Die Mitteilung vom 7. Oktober 2026 betrifft die Zusammenarbeit bei Hinweisgeberprogrammen und der Bekämpfung internationaler Steuerhinterziehung. Sie führt keine neue FBAR-Pflicht ein und ändert die Meldeschwelle nicht.
Das ist möglich. In Deutschland Steuern zu zahlen, hebt eine mögliche FBAR-Pflicht nicht auf. US-Personen müssen grundsätzlich meldepflichtige Finanzkonten außerhalb der USA angeben, wenn deren Gesamtwert zu irgendeinem Zeitpunkt im Kalenderjahr mehr als 10.000 US-Dollar beträgt. Es gibt Ausnahmen.
Nein. Die Grenze gilt für den Gesamtwert der betreffenden Finanzkonten außerhalb der USA. Ein Konto kann daher meldepflichtig sein, obwohl sein eigener Kontostand unter 10.000 US-Dollar bleibt.
Nein. Sie müssen die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und bestätigen, dass Ihre früheren Versäumnisse nicht vorsätzlich waren. Außerhalb der USA zu leben oder die Regeln nicht zu kennen, reicht allein nicht aus. Ein spezialisierter Berater kann Ihre Situation prüfen.