Amerikaner, die außerhalb der Vereinigten Staaten leben, können weiterhin US-amerikanische Steuer- und Meldepflichten haben, auch wenn sie in ihrem Wohnsitzland bereits Steuern zahlen. Wer eine erforderliche US-Steuererklärung nicht einreicht, fällige US-Steuern nicht bezahlt oder ausländische Finanzkonten nicht ordnungsgemäß meldet, kann mit Strafen rechnen.
Eine verspätete oder fehlende Erklärung führt jedoch nicht automatisch zu einer Strafe. Die möglichen Folgen hängen unter anderem von der jeweiligen Verpflichtung, der tatsächlich geschuldeten Steuer und den Umständen ab, die zur Nichteinhaltung geführt haben.
Die Vereinigten Staaten besteuern US-Staatsbürger und andere US-Steuerpflichtige grundsätzlich auf ihr weltweites Einkommen – unabhängig davon, wo sie leben. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite zur US-Steuerpflicht.
Ob Sie tatsächlich zusätzliche US-Steuern zahlen müssen, ist eine andere Frage. Foreign Tax Credits, Ausschlüsse und Doppelbesteuerungsabkommen können die letztlich geschuldete Steuer beeinflussen. Viele Amerikaner im Ausland müssen daher zwar eine US-Steuererklärung abgeben, schulden aber nicht zwangsläufig zusätzliche US-Einkommensteuer.
Auch wenn keine US-Einkommensteuer fällig ist, können separate Meldepflichten wie FBAR oder Form 8938 bestehen.
Der IRS kennt unterschiedliche Strafen für unterschiedliche Arten der Nichteinhaltung. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer verspätet eingereichten Steuererklärung und einer nicht rechtzeitig gezahlten Steuerschuld.
Wenn Sie eine erforderliche US-Einkommensteuererklärung verspätet einreichen und noch Steuern schulden, kann der IRS eine Failure to File Penalty erheben.
Diese Strafe beträgt grundsätzlich 5 % der nicht gezahlten Steuer für jeden Monat oder angefangenen Monat, in dem die Erklärung verspätet ist, bis zu einem Höchstbetrag von 25 %.
Wenn im selben Monat sowohl eine Failure to File Penalty als auch eine Failure to Pay Penalty anfällt, gelten besondere Regeln für die Kombination beider Strafen.
Weitere Informationen zur regulären US-Einkommensteuererklärung finden Sie unter Form 1040 / Einkommensteuererklärung.
Eine Failure to Pay Penalty kann entstehen, wenn Sie die in Ihrer Steuererklärung ausgewiesene Steuerschuld nicht fristgerecht bezahlen.
Grundsätzlich beträgt diese Strafe 0,5 % der unbezahlten Steuer für jeden Monat oder angefangenen Monat, in dem die Steuer unbezahlt bleibt, bis zu einem Höchstbetrag von 25 %.
Zusätzlich können Zinsen auf die ausstehende Steuerschuld anfallen.
FBAR steht für Foreign Bank Account Report. Eine US-Person kann verpflichtet sein, eine FBAR einzureichen, wenn der Gesamtwert ihrer ausländischen Finanzkonten zu irgendeinem Zeitpunkt während des Kalenderjahres mehr als 10.000 US-Dollar beträgt. Weitere Informationen finden Sie unter Was ist FBAR?.
Die FBAR wird separat von der regulären US-Einkommensteuererklärung eingereicht.
Wer eine erforderliche FBAR nicht einreicht, kann mit erheblichen Strafen rechnen. Dabei ist insbesondere von Bedeutung, ob ein Verstoß als willful – also vorsätzlich – oder non-willful – nicht vorsätzlich – eingestuft wird. Bei vorsätzlichen Verstößen können die Folgen erheblich schwerwiegender sein.
Die FBAR-Regeln und die möglichen Strafen sind komplex. Deshalb sollte zunächst die individuelle Situation beurteilt werden, bevor mögliche finanzielle Folgen eingeschätzt werden.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Amerikaner im Ausland, die ihre US-Steuerpflichten in der Vergangenheit nicht erfüllt haben. Eine ausführlichere Erklärung finden Sie unter Unterschied zwischen vorsätzlichem und nicht vorsätzlichem Verstoß.
Für die Streamlined Filing Compliance Procedures beschreibt der IRS non-willful conduct als Verhalten, das auf Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit, einem Irrtum oder einem gutgläubigen Missverständnis der gesetzlichen Pflichten beruht.
Jemand, der tatsächlich nichts von seinen US-amerikanischen Steuer- oder Meldepflichten wusste, kann sich daher in einer völlig anderen Situation befinden als jemand, der seine Pflichten kannte und sich bewusst dafür entschieden hat, ihnen nicht nachzukommen.
Ob ein Verhalten als willful oder non-willful eingestuft wird, hängt von den jeweiligen Tatsachen und Umständen ab.
Ja, das ist möglich.
Form 8938 dient bestimmten Steuerpflichtigen zur Meldung bestimmter ausländischer Finanzvermögenswerte, wenn die jeweils geltenden Schwellenwerte überschritten werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Was ist Form 8938?.
Nach Angaben des IRS kann die nicht fristgerechte Einreichung eines vollständigen und korrekten Form 8938 zunächst zu einer Strafe von 10.000 US-Dollar führen.
Wenn der IRS den Steuerpflichtigen anschließend auffordert, Form 8938 einzureichen, und dies weiterhin nicht geschieht, können zusätzliche Strafen entstehen. Diese zusätzlichen Strafen können sich auf bis zu 50.000 US-Dollar belaufen – zusätzlich zur ursprünglichen Strafe.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine reasonable cause exception gelten.
Nicht unbedingt.
Viele Amerikaner im Ausland erfahren erst nach vielen Jahren, dass sie weiterhin US-amerikanische Steuerpflichten haben. Dies betrifft unter anderem Doppelstaatsbürger, sogenannte Accidental Americans und Personen, die die Vereinigten Staaten bereits als Kind verlassen haben.
Der IRS bietet Verfahren an, mit denen bestimmte Steuerpflichtige frühere Versäumnisse korrigieren können. Für qualifizierte Amerikaner außerhalb der Vereinigten Staaten kann insbesondere das Streamlined-Verfahren eine wichtige Möglichkeit sein. citeturn565524search10
Ja, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen.
Die Streamlined Foreign Offshore Procedures richten sich an qualifizierte Steuerpflichtige außerhalb der Vereinigten Staaten, deren Versäumnis, Einkommen zu melden, Steuern zu bezahlen oder erforderliche Informationsmeldungen einzureichen, auf non-willful conduct zurückzuführen ist.
Weitere Hintergrundinformationen finden Sie auch in unserem Wissenscenter unter Was ist das Streamlined Procedure / gestraffte Verfahren?.
Im Allgemeinen reicht ein qualifizierter Steuerpflichtiger im Rahmen dieses Verfahrens Folgendes ein:
Steuerpflichtige, die die Voraussetzungen der Streamlined Foreign Offshore Procedures erfüllen und das Verfahren korrekt durchführen, unterliegen für die vom Verfahren erfassten Erklärungen grundsätzlich nicht der Failure to File Penalty, Failure to Pay Penalty, accuracy-related penalties, bestimmten information-return penalties oder FBAR-Strafen.
Daher sollte zunächst geprüft werden, ob Sie für das Streamlined-Verfahren infrage kommen, bevor Sie einfach mehrere Jahre verspäteter Steuererklärungen einreichen.
In bestimmten Fällen ja.
Der IRS bietet für verschiedene Strafen Möglichkeiten zur penalty relief. Für bestimmte Strafen kann beispielsweise eine Befreiung aufgrund von reasonable cause möglich sein, wenn Sie nachweisen können, dass Sie die erforderliche Sorgfalt angewandt haben, Ihre steuerlichen Verpflichtungen aber dennoch nicht rechtzeitig erfüllen konnten.
Ob eine solche Entlastung möglich ist, hängt von der jeweiligen Strafe und den individuellen Umständen ab.
Für Amerikaner im Ausland, die bisher keine US-Steuererklärungen eingereicht haben, weil sie ihre Verpflichtungen nicht kannten, ist es besonders wichtig, zunächst zu prüfen, ob das Streamlined-Verfahren infrage kommt.
Wenn Sie feststellen, dass Sie US-Steuererklärungen, FBAR-Meldungen oder andere Informationsmeldungen versäumt haben, sollten Sie zunächst klären, welche Verpflichtungen tatsächlich für Sie gelten.
Einfach mehrere Jahre verspäteter Steuererklärungen einzureichen, ohne zuvor die verfügbaren Compliance-Verfahren zu prüfen, ist nicht immer der beste Weg.
Ihr Wohnsitz, Ihre bisherige Steuerhistorie, ausländische Finanzkonten, eventuell geschuldete US-Steuern und der Grund für die bisherige Nichteinhaltung können alle Einfluss darauf haben, welches Vorgehen sinnvoll ist.
Americans Overseas hilft Amerikanern im Ausland dabei, ihre US-Steuerpflichten zu verstehen, und vermittelt sie bei Bedarf an spezialisierte US-Steuerberater, die ihre individuelle Situation beurteilen können.
Haben Sie bisher keine US-Steuererklärungen eingereicht oder machen Sie sich Sorgen über mögliche Strafen? Nehmen Sie Kontakt mit Americans Overseas auf und lassen Sie Ihre Situation kostenlos und unverbindlich einschätzen.
Verstehen des US-Steuersystems, der Verpflichtungen und aller zusätzlichen Bedingungen kann schwierig sein. Vor allem, wenn man außerhalb Amerikas lebt. Ist Ihre Frage nicht beantwortet? Kontaktieren Sie uns.
Das ist möglich. Amerikaner im Ausland können weiterhin US-amerikanische Steuer- und Meldepflichten haben. Ob eine Strafe anfällt, hängt unter anderem von der jeweiligen Abgabepflicht, einer eventuell unbezahlten Steuerschuld, der Dauer der Verspätung und den individuellen Umständen ab.
Die Failure to File Penalty beträgt grundsätzlich 5 % der unbezahlten Steuer für jeden Monat oder angefangenen Monat, in dem eine erforderliche Steuererklärung verspätet ist, bis zu einem Höchstbetrag von 25 %. Wenn zusätzlich eine Failure to Pay Penalty anfällt, gelten besondere Regeln.
Die Failure to Pay Penalty beträgt grundsätzlich 0,5 % der unbezahlten Steuer für jeden Monat oder angefangenen Monat, in dem die Steuer unbezahlt bleibt, bis zu einem Höchstbetrag von 25 %. Zusätzlich können Zinsen entstehen.
Das Versäumnis, eine erforderliche FBAR einzureichen, kann zu Strafen führen. Die möglichen Folgen hängen von den Umständen ab, insbesondere davon, ob der Verstoß als willful oder non-willful eingestuft wird. Vorsätzliche Verstöße können deutlich schwerwiegendere Konsequenzen haben.
Nicht unbedingt. Der IRS verfügt über Verfahren für bestimmte Steuerpflichtige, deren bisherige Nichteinhaltung non-willful war. Amerikaner im Ausland, die die Voraussetzungen der Streamlined Foreign Offshore Procedures erfüllen, können frühere Versäumnisse möglicherweise korrigieren, ohne dass die vom Verfahren erfassten Strafen erhoben werden.
Ja, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen und die Streamlined Foreign Offshore Procedures korrekt durchführen. Qualifizierte Steuerpflichtige außerhalb der USA unterliegen für die vom Verfahren erfassten Erklärungen grundsätzlich nicht bestimmten Failure to File-, Failure to Pay-, accuracy-related-, information-return- oder FBAR-Strafen.
Im Rahmen der Streamlined Foreign Offshore Procedures werden grundsätzlich die erforderlichen US-Steuererklärungen für die letzten drei Jahre und die erforderlichen FBAR-Meldungen für die letzten sechs Jahre eingereicht, sofern deren jeweilige Abgabefrist bereits abgelaufen ist.
Klären Sie zunächst, welche Steuererklärungen und Informationsmeldungen Sie hätten einreichen müssen und ob ein Compliance-Verfahren wie die Streamlined Foreign Offshore Procedures für Sie infrage kommt. Ihre individuelle Situation sollte geprüft werden, bevor verspätete Steuererklärungen eingereicht werden.