Trade Republic startet seine größte Kampagne mit Brad Pitt. Gleichzeitig schließt die Neobank US-Bürger und andere US Persons laut eigenen Regeln von der Kontoeröffnung aus. Für viele Amerikaner im Ausland ist das keine kuriose Randnotiz, sondern ein sehr bekanntes Problem.
Trade Republic hat seine bisher größte europäische Werbekampagne mit Brad Pitt als Gesicht der Marke gestartet.
Nach den eigenen Kundenregeln der Bank dürfte Brad Pitt als US-Staatsbürger jedoch offenbar gar kein Konto eröffnen.
Auf der Support-Seite von Trade Republic steht, dass US Persons kein Konto eröffnen können. Dazu zählen laut der Bank unter anderem US-Staatsbürger, Personen mit Green Card, Personen mit Substantial Presence in den USA und andere Menschen, die in den Vereinigten Staaten steuerpflichtig sind.
Damit ist diese Geschichte mehr als nur eine auffällige Marketing-Ironie. Sie zeigt sehr deutlich ein Problem, das viele Amerikaner im Ausland bereits kennen: Banken und Finanzdienstleister in Europa lehnen US-Kunden mitunter ab, weil FATCA und die damit verbundenen Meldepflichten als zusätzlicher Aufwand oder als Risiko gesehen werden.
Am 12. Mai 2026 stellte Trade Republic Brad Pitt als globalen Markenbotschafter vor. Das Unternehmen bezeichnete die Kampagne als die größte in seiner Geschichte. Sie läuft europaweit über Fernsehen, Streaming und digitale Kanäle.
Gleichzeitig machen die eigenen Hilfeseiten von Trade Republic deutlich, dass US Persons kein Konto eröffnen können. Mit anderen Worten: Die Person, die die Marke europaweit bewirbt, würde nach den eigenen Annahmeregeln des Unternehmens vermutlich selbst nicht als Kunde zugelassen.
Auf den ersten Blick ist die Geschichte deshalb bemerkenswert, weil der Widerspruch so offensichtlich ist.
Für viele Amerikaner im Ausland ist sie jedoch vor allem eines: vertraut.
Menschen, die in Europa leben, merken oft erst später, dass ihre US-Staatsbürgerschaft, ihre Green Card oder ihr sonstiger US-Steuerstatus Auswirkungen auf Bankkonten, Depots oder Finanzprodukte haben kann. Manchmal werden zusätzliche Fragen gestellt. Manchmal sind bestimmte Produkte nicht verfügbar. Manchmal kommt es zur vollständigen Ablehnung.
Gerade deshalb ist diese Geschichte so hilfreich. Sie macht in einem einzigen, leicht verständlichen Beispiel sichtbar, dass das Problem real ist. Es betrifft nicht nur kleine Institute oder seltene Einzelfälle. Selbst eine bekannte europäische Neobank schließt US Persons ausdrücklich aus. (support.traderepublic.com)
Die Formulierung von Trade Republic ist eindeutig: Das Unternehmen akzeptiert keine Kunden, die US-Staatsbürger oder anderweitig in den Vereinigten Staaten steuerpflichtig sind.
Für viele Amerikaner im Ausland ist genau das die praktische Seite von FATCA.
FATCA sollte ursprünglich Steuerhinterziehung bekämpfen. Im Alltag hat das aber auch dazu geführt, dass viele Banken und Finanzdienstleister außerhalb der USA bei Kunden mit US-Bezug besonders vorsichtig geworden sind. Für gewöhnliche Menschen kann das bedeuten, dass ihnen der Zugang zu Bank- oder Anlageprodukten erschwert oder ganz verwehrt wird.
Das kann betreffen:
Finden Sie in nur 2 Minuten heraus, ob die IRS Sie als „US Person“ einstuft und ob Sie möglicherweise verpflichtet sind, eine US-Steuererklärung einzureichen – auch wenn Sie außerhalb der USA leben.
Für einen Accidental American wirkt diese Art von Geschichte oft gleichzeitig absurd und sehr real.
Vielleicht haben Sie Ihr ganzes Leben in Europa verbracht. Vielleicht haben Sie nie in den Vereinigten Staaten gearbeitet. Vielleicht haben Sie sich mit Ihrer US-Staatsbürgerschaft nie intensiv beschäftigt. Und trotzdem kann eine Bank oder ein Finanzdienstleister Sie wegen genau dieses Status als Compliance-Risiko behandeln.
Genau deshalb ist die Geschichte über Brad Pitt und Trade Republic so stark. Sie macht ein Thema sichtbar, das sonst oft technisch, abstrakt oder schwer erklärbar wirkt.
Wenn selbst Brad Pitt als Gesicht der Kampagne als US Person offenbar ausgeschlossen wäre, dann liegt das Problem offensichtlich nicht an Vermögen, Prominenz oder Komplexität. Es liegt an den Regeln.
Wenn Sie Amerikaner im Ausland sind — oder vermuten, dass Sie als US Person gelten könnten — dann zeigt diese Geschichte, dass Ihr US-Status nicht nur für die Steuererklärung relevant sein kann.
Er kann auch beeinflussen:
Für viele Menschen ist schon diese Erkenntnis wichtig. Sie macht deutlich, dass das Problem nicht eingebildet ist, kein Einzelfall ist und nicht nur bei einer einzigen Bank vorkommt.
Bei Americans Overseas sprechen wir regelmäßig mit Menschen, die genau mit solchen Fragen konfrontiert sind.
Sie erhalten unerwartete Rückfragen von einer Bank. Sie wissen nicht genau, ob sie als US Person gelten. Oder sie möchten schlicht verstehen, warum ihr amerikanischer Status in Europa überhaupt Folgen haben kann.
Genau hier ist klare Einordnung wichtig.
Wir helfen dabei zu verstehen, was der eigene US-Status bedeutet, warum FATCA-bezogene Probleme auftreten und welcher nächste Schritt sinnvoll sein kann. Wenn nötig, bringen wir Betroffene auch mit spezialisierten Beratern in Kontakt, die die grenzüberschreitenden Folgen einschätzen können.
Man muss kein Prominenter sein, um in diese Situation zu geraten. Aber solche Geschichten machen sehr deutlich: Das Problem ist real, und es betrifft ganz normale Menschen.
Haben Sie Fragen zu Ihrer eigenen Situation oder zur Situation eines Familienmitglieds? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Ein erstes Orientierungsgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Nehmen Sie jetzt für weitere Informationen Kontakt auf
Quellen
Viele Amerikaner im Ausland sind überrascht, dass ihr US-Status auch den Zugang zu Bank- und Anlageprodukten in Europa beeinflussen kann. Hier beantworten wir einige der häufigsten Fragen zu FATCA, US Persons und Kontoeröffnung.
Weil Trade Republic auf seiner Support-Seite erklärt, dass US Persons kein Konto eröffnen können. Dazu zählen laut der Bank unter anderem US-Staatsbürger und andere in den USA steuerpflichtige Personen.
Nein. Genau deshalb ist die Geschichte so aufschlussreich. Die Regeln knüpfen an den US-Status an, nicht an Bekanntheit oder Vermögen.
Trade Republic nennt auf seiner Support-Seite unter anderem US-Staatsbürger, Green-Card-Inhaber, Personen mit Substantial Presence in den USA und andere in den Vereinigten Staaten steuerpflichtige Personen.
Nein. In der Praxis kann FATCA auch Auswirkungen auf Bankkonten, Depots und Finanzprodukte haben, weil manche Institute US-Kunden aus Compliance-Gründen vermeiden möchten.
Der erste Schritt ist zu klären, ob Sie tatsächlich als US Person gelten und was das in Ihrer Situation bedeutet. Americans Overseas kann dabei helfen, das einzuordnen und bei Bedarf an spezialisierte Berater weitervermitteln.