Viele Amerikaner im Ausland erleben, dass das US-Steuersystem nur schwer zu ihrem Leben außerhalb der Vereinigten Staaten passt. Dieses Gefühl wird nun auch offiziell anerkannt: In ihrem jüngsten Bericht an den Kongress nennt die U.S. National Taxpayer Advocate die Situation von Amerikanern im Ausland erneut als eines der größten strukturellen Probleme.
Im Januar 2026 veröffentlichte die National Taxpayer Advocate ihren Annual Report to Congress 2025.
In diesem jährlichen Bericht werden die wichtigsten strukturellen Probleme des US-amerikanischen Steuersystems aufgezeigt.
Auffällig ist, dass Amerikaner, die außerhalb der Vereinigten Staaten leben, erneut ausdrücklich als Problemgruppe genannt werden. Für viele Menschen, die sich selbst nie bewusst als Amerikaner gesehen haben – darunter auch sogenannte Accidental Americans – spiegelt dies ihre tägliche Erfahrung wider.
Ein eigenes Kapitel des Berichts ist den Taxpayers Living Abroad gewidmet.
Darin beschreibt die National Taxpayer Advocate, dass Amerikaner im Ausland mit einer Kombination aus Pflichten konfrontiert sind, die in der Praxis nur schwer umsetzbar ist, darunter:
die Pflicht zur Abgabe einer US-Steuererklärung, auch wenn bereits im Wohnsitzland Steuern gezahlt werden
eingeschränkter Zugang zu Unterstützung durch die IRS aus dem Ausland
Diese Faktoren führen laut Bericht zu einer hohen administrativen Belastung, insbesondere für Personen mit einem normalen lokalen Einkommen und ohne komplexe Vermögensstruktur.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Bericht ist, dass die IRS keinen verlässlichen Überblick darüber hat, wie viele Amerikaner tatsächlich im Ausland leben und wie viele von ihnen vollständig compliant sind.
Ohne diese Daten ist es schwierig,
das Ausmaß der Probleme realistisch einzuschätzen
Regelungen an die Lebensrealität im Ausland anzupassen
die Servicequalität für diese Gruppe gezielt zu verbessern
Für viele Accidental Americans (Zufalls-Amerikaner) ist dies ein bekanntes Gefühl: umfassende Pflichten bei gleichzeitig begrenzter Unterstützung.
Der Bericht stellt zudem klar, dass die meisten Amerikaner im Ausland keine wohlhabenden Expats sind.
Viele liegen nur knapp über – oder sogar unter – der Grenze der Foreign Earned Income Exclusion (FEIE).
Dennoch geraten sie vollständig in das US-Steuersystem, was häufig bedeutet:
komplexe Steuererklärungen
zusätzliche Formulare
hohe Beratungskosten
Unsicherheit und Stress
Dies gilt selbst dann, wenn am Ende kaum oder keine zusätzliche Steuer anfällt.
Der Bericht fordert keine sofortige Abschaffung der staatsbürgerbasierten Besteuerung und kündigt keine unmittelbaren Gesetzesänderungen an.
Dennoch wird offiziell anerkannt, dass:
das System für Amerikaner im Ausland unverhältnismäßig belastend ist
die Regelungen zu finanzieller Belastung und sogar zu Bankproblemen führen können
Verbesserungen bei Service und Umsetzung dringend notwendig sind
Dabei wird auch darauf hingewiesen, dass die Vereinigten Staaten zu den wenigen Ländern gehören, die ihre Staatsbürger unabhängig vom Wohnsitz auf ihr weltweites Einkommen besteuern.
Für Accidental Americans ändert dieser Bericht die bestehenden Regeln nicht.
Die Steuererklärungspflicht sowie FATCA– und FBAR-Meldepflichten bleiben bestehen.
Der Bericht zeigt jedoch, dass die damit verbundenen Probleme auf höchster Ebene anerkannt werden, auch wenn grundlegende Reformen derzeit nicht absehbar sind.
Bei Americans Overseas verfolgen wir diese Entwicklungen aufmerksam. Gleichzeitig bleiben wir realistisch: Solange die geltenden Regeln bestehen, ist es wichtig zu verstehen, wann sie auf Sie zutreffen und welche Optionen Sie innerhalb des bestehenden Rahmens haben.
Wir, die Gründer von Americans Overseas, wurden in den Niederlanden geboren und haben unsere US-Staatsbürgerschaft über unsere (amerikanische) Mutter erhalten.
Als wir 2013 zum ersten Mal vom Steuerabkommen zwischen den Niederlanden und Amerika hörten, waren wir ungläubig (das kann doch nicht wahr sein), wütend (wie kann man das einfach tun), ängstlich (werde ich jetzt bestraft oder habe Probleme), und panisch (was soll ich tun).
Es ist (leider) wahr, dass es eine US-Steuerpflicht für Niederländer gibt, die die US-Staatsbürgerschaft durch Geburt erworben haben. Es gab keine Informationen von der lokalen Regierung, das Konsulat verwies uns an die IRS, und die IRS war undurchdringlich.
Deshalb haben wir dieses Projekt gestartet, um Menschen mit guten Informationen zu helfen, unnötige Panik zu vermeiden und unverbindlich und kostenlos Hilfe anzubieten. Falls gewünscht und notwendig, verfügen wir über ein Netzwerk erschwinglicher Fachleute (Steuerberater), die dir weiterhelfen können, deine US-Steuerpflichten zu erfüllen.
Nehmen Sie jetzt für weitere Informationen Kontakt auf
Quelle:
Annual Report to Congress 2025 – National Taxpayer Advocate