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Ich habe von der Bank einen FATCA-Brief bekommen, was soll ich nun tun?

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FATCA (ForeignAccount Tax Compliance Act) schreibt allen ausländischen Finanzinstituten (Banken, Versicherungen, Investmentberatern) vor, dem IRS Informationen über Konten US-amerikanischer Staatsbürger, Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft oder ausländischen Instanzen, in denen US-Steuerzahler einen wesentlichen Anteil haben, zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet, dass Ihre Bank den IRS über Ihr finanzielles Vermögen und Ihre Anteile informiert.

Wenn Sie nun also einer der 8 Millionen im Ausland lebenden US-Amerikaner sind, die von FATCA betroffen sind, was sollten Sie dann tun, wenn Sie einen dieser Briefe bekommen?

Es ist wichtig, den Brief NICHT zu ignorieren. Der Brief kann, abhängig von der Bank, ein Formular W-9 oder W-8 beinhalten. Manche Banken schicken die Formulare, um sich bestätigen zu lassen, dass der Kunde ein US-Steuerzahler und von FATCA betroffen ist. US-Bürger im Ausland sollten alle Formulare ausfüllen und rechtzeitig an die Bank zurücksenden. Die Bank gibt einen Abgabetermin vor.

Wenn Sie also eine US-Person sind, gibt es drei mögliche Szenarios:

Was passiert, wenn Sie den Brief nicht zurückschicken:
Die Bank wird Ihre Daten an den IRS weitergeben. Abhängig davon, in welchem Land Sie leben und bei welcher Bank sie sind, könnte Ihr Bankkonto verändert oder gekündigt werden. Das betrifft vor allem Banken, bei denen Sie in Aktien investiert haben. Allerdings haben einige Banken auch beschlossen, dass sie generell keine US-Kunden mehr haben möchten. Wir empfehlen, dass Sie Ihre Bank kontaktieren und nach deren Vorgehensweise fragen, bevor Sie das Formular zurücksenden. Dann haben Sie Zeit, Ihr Konto gegebenenfalls zu einer anderen Bank zu verlegen.

Was passiert, wenn Sie den Brief zurückschicken:
Es gilt dasselbe wie oben: Die Bank gibt Ihre Daten weiter, und Ihr Status als Kunde könnte dadurch beeinflusst werden.

Was passiert, wenn Sie den Brief zurückschicken und angeben, dass Sie keine US-Person sind:
Viele US-Personen erachten dieses Gesetz als ungerecht. Sie wurden in den USA geboren und zogen weg, als sie noch sehr klein waren oder haben die Staatsbürgerschaft durch ihre Eltern erlangt. Obwohl diese Menschen sich selbst nicht als Amerikaner sehen, schon gar nicht aus steuerlicher Sicht, sind sie es leider doch. Geben Sie fälschlicherweise an, dass Sie keine US-Person sind, können Sie drastisch bestraft werden.
Der IRS setzt die Reueregelung außer Kraft, wenn er zu Ihnen kommt und nicht umgekehrt; außerdem kann die Bank Sie nach einem “Certificate of Loss of Nationality” oder anderen Belegen, die beweisen, dass Sie nie US-Bürger waren, fragen.

Ich habe den Brief zurückgeschickt, aber nie meine Steuererklärung eingereicht. Und jetzt?
Die USA haben eine Reueregelung namensStreamlined Foreign Offshore procedure’ die Steuerzahlern, die als US-Person angesehen werden, eine Steuererklärung ohne Strafe anbietet – wenn sie sich ihrer Pflicht nicht bewusst waren. Diese Regelung gilt auch, wenn Sie Ihre Steuerklärung in den USA abgegeben haben, während Sie dort wohnten, dann in ein anderes Land gezogen sind und nicht wussten, dass Sie weiterhin Ihre Steuerklärung einreichen mussten.

Ich habe den Brief zurückgeschickt und immer meine US-Steuererklärung eingereicht. Und jetzt?
Es ändert sich nichts, wenn Sie den Brief an Ihre Bank zurückschicken. Wir empfehlen, dass Sie mit Ihrer Bank Kontakt aufnehmen, um sicherzustellen, dass sich nichts am Status Ihres Kontos ändert.

 

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