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Frankfurter Allgemeine Zeitung: Kunden mit Amerika-Bezug sind für Banken kostspielig

 

Kunden mit Amerika-Bezug sind für Banken

Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet: Kunden mit Amerika-Bezug sind für Banken kostspielig.

Kunden mit Amerika-Bezug sind für Banken kostspielig. In Europa wird ihnen oft das Depot gekündigt. Welche Wertpapiere dürfen Anleger haben, die manchmal eher zufällig Amerikaner sind?

Investmentfonds sind oft in ganz Europa zugelassen, aber selten auch in den Vereinigten Staaten. Das führt zu so vielen Schwierigkeiten, dass deutsche Großbanken Anlegern mit einem Bezug zu Amerika kein selbstgeführtes Wertpapierdepot mehr anbieten.

Commerzbank und Kunden mit Amerika-Bezug

„Als Bank tragen wir schon eine ganze Menge an Regulierungskosten“, sagt Michael Kohl, Bereichsleiter für Vermögensverwaltung in der Commerzbank. „Wir können zu vertretbaren Kosten nicht auch noch die Voraussetzungen schaffen, Fonds an Personen mit Amerika-Bezug zu vertreiben.“

Mit diesen Worten bringt Kohl im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung etwas Licht ins Dunkel. Denn als die Commerzbank im Mai einigen tausend Privatkunden in einem Brief ankündigte, Ende des Jahres ihr Wertpapierdepot zu kündigen, waren das Echo und oft das Unverständnis groß.

Nun wird klar, dass nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU wohl auch die Regeln für den Wertpapierkauf britischer Kunden von deutschen Banken härter werden dürften.

Schließlich ist unsicher, ob nach einem Brexit in Frankfurt oder Luxemburg zugelassene Fonds, die bisher durch den EU-Pass auch in Großbritannien zugelassen waren, dort weiterhin verkauft werden können.

Wertpapierdepots und Kunden mit Amerika-Bezug

Doch zurück zu Wertpapierdepots mit Amerika-Bezug: Im Mai 2018 hatten ganz unterschiedliche Leser der Frankfurter Allgemeine Zeitung von ihrem drohenden Rauswurf als Commerzbank-Kunde berichtet:

Ein seit 45 Jahren in Bonn lebender Amerikaner etwa, ein in San Francisco geborener, aber seit langem in Frankfurt lebender Teenager und die in Deutschland lebende Tochter eines Hotelbesitzers in Amerika.

„Erst jetzt?“, lautete die Reaktion eines Teils der Leser, die wussten, dass in Amerika Steuerpflichtige schon ab 2010 ihre Auslandskonten den amerikanischen Steuerbehörden melden müssen.

Wer in Amerika gelebt und gearbeitet hat, musste oft schmerzlich erfahren, dass deutsche Banken seit Juli 2014 melden müssen, wenn sie in den Vereinigten Staaten steuerpflichtige Kunden haben.

Selbst Versicherer wie die Zurich hätten deshalb versucht, Versicherungen zu kündigen, erzählt ein Manager, der von seinem Arbeitgeber für einige Monate in die Vereinigten Staaten geschickt worden war.

Zufällig-Amerikaner: Kunden mit Amerika-Bezug

Auch aus den Niederlanden gab es Reaktionen. Von dort meldete sich eine Selbsthilfegruppe für „Zufällig-Amerikaner“ („Accidental Americans“).

Damit sind Leute gemeint, die in den Vereinigten Staaten während eines kurzen Aufenthalts ihrer Eltern geboren wurden oder von denen ein Elternteil Amerikaner ist.

In beiden Fällen sind die Kinder automatisch auch Amerikaner – selbst wenn sie nie in Amerika gelebt haben. Die amerikanische Staatsbürgerschaft macht sie, unabhängig vom Wohnort, auch in Amerika steuerpflichtig.

„Steuern in den Vereinigten Staaten zu erklären ist kompliziert und komplex. Fehler in der Steuererklärung sind oft schlimmer, als sie gar nicht auszufüllen“ sagt Daan Durlacher.

Weil er selbst von seiner Steuerpflicht als „Zufällig-Amerikaner“ nichts wusste und dann im Kampf mit der Steuerbehörde IRS fast einen Nervenzusammenbruch erlitt, hilft Durlacher nun, in Europa lebenden Amerikanern einen Steuerberater zu vermitteln.

„Es ist fast unmöglich, eine Steuererklärung in Amerika ohne professionelle Hilfe einzureichen“, sagt Durlacher.

Teuer kann es auch für Banken werden, die amerikanische Kunden haben. Als Erste haben viele Schweizer Banken ab 2008 amerikanische Kunden schlicht hinausgeworfen, als ihnen Steuerhinterziehung vorgeworfen wurde.

Fatca, BZSt und Kunden mit Amerika-Bezug

2010 erließen die Vereinigten Staaten das Gesetz Fatca, das von in Amerika Steuerpflichtigen verlangt, ihre Auslandskonten den amerikanischen Steuerbehörden zu melden. Bei der Umsetzung nahmen die Amerikaner die Banken im Ausland in die Pflicht.

„Wir müssen von Kunden, die in den Vereinigten Staaten steuerpflichtig sind, beispielsweise die Konto- oder Depotsalden, Zinsen, Dividenden und weitere Erträge an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden“, heißt es von den deutschen Sparkassen. Das BZSt leite die Informationen dann an die amerikanische Finanzverwaltung weiter.

Um zu erkennen, ob jemand einen Amerika-Bezug hat, prüften die deutschen Kreditinstitute ihre Kunden anhand des Geburtsorts oder ihrer Postanschrift. „Hellhörig“ macht die IT-Systeme auch eine Telefonnummer in den Vereinigten Staaten oder ein Dauerauftrag zugunsten eines amerikanischen Kontos.

Diese Auflagen verhindern nicht, dass deutsche Banken für Kunden mit Amerika-Bezug ein Konto führen oder ihnen Kredit geben.

„Aber das Wertpapierberatungsgeschäft können wir nicht mehr anbieten, weil der Austausch mit den amerikanischen Steuerbehörden zu komplex ist und die Normen der Wertpapieraufsicht SEC nur schwer beherrschbar sind“, sagt Kohl.

Als Bereichsleiter für die Vermögensverwaltung der Commerzbank weist er aber einen – wenn auch teureren – Ausweg. Bevor die Commerzbank das Depot zum Jahresende kündigt, können Amerika-Kunden eine gegen keine amerikanischen Normen verstoßende Betreuung ihres Vermögens vereinbaren – natürlich gegen Gebühr.

Damit übertragen sie die Entscheidung, welche Wertpapiere konkret ge- oder verkauft werden, an die Vermögensverwalter der Commerzbank.

Dabei wirkt es auf den ersten Blick nicht sehr schwierig, für amerikanische Staatsangehörige im Ausland ein „amerikakonformes Wertpapierdepot“ zusammenzustellen.

„Die Gesetzgebung erlaubt uns ein deutlich eingeschränktes Wertpapiergeschäft (Einzelaktien und deutsche Bundeswertpapiere ausschließlich) mit amerikanischen Bürgern mit Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten“, heißt es aus der Deutschen Bank.

Dagegen musste die Deutsche Bank schon 2011 Privatkunden mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten mitteilen, dass man mit ihnen kein Wertpapiergeschäft mehr machen könne. Auch der Commerzbank fehlt es dafür an dem nötigen eigenen Vertrieb in den Vereinigten Staaten.

Davon haben vor allem amerikanische Banken profitiert, weil viele Kunden nach Auflösung der Depots bei deutschen Großbanken das Geld gleich nach Amerika zu einer amerikanischen Bank transferiert haben.

Die Schweizer UBS dagegen hat inzwischen die UBS Swiss Financial Advisers AG gegründet, die eine Lizenz in der Schweiz und von der SEC in Amerika hat. Damit kann die UBS Kunden mit Amerika-Bezug bedienen – auch solche mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten.

Die deutschen Banken können da nicht mithalten. Aus Sicht von Kohl ist das aber nicht gravierend. Denn der typische Commerzbank-Kunde sei der in den Vereinigten Staaten tätige deutsche Unternehmer oder der amerikanische Professor während eines Gastsemesters in Deutschland.

„Diesen Kunden können wir eine Vermögensverwaltung nach amerikanischen Normen anbieten“, sagt Kohl. „Fonds, Optionsscheine und Zertifikate sind in dieser Vermögensverwaltung für Amerikaner tabu. Einzeltitel sind dagegen in der Regel unkritisch“, bestätigt Kohl.

Das gelte insbesondere für Aktien. Anleihen, die in den Vereinigten Staaten von der Wertpapieraufsicht SEC nicht zugelassen seien, könnten in Deutschland wegen des entsprechenden Sperrvermerks als „US-Person“ gar nicht erst erworben werden, erklärt Kohl.

Warum lassen dann deutsche Großbanken nicht die Selbstentscheider unter ihren Wertpapierkunden eine Verpflichtung unterschreiben, dass sie ihr Wertpapierdepot nach diesen Regeln führen?

Dann könnten die Kunden weiterhin selbst entscheiden, welche Wertpapiere sie kaufen und verkaufen wollen. Warum führen die Banken keine Sperre für den Fondskauf ein?

„Zu komplex bei 1,5 Millionen Depotkunden“, winkt Kohl ab. Die Gefahr sei zu groß, dass, wenn der Kundenbetreuer im Urlaub sei, die Vertretung womöglich doch den Kauf für das Zertifikat oder den Fonds durchführe, der Amerikanern nicht erlaubt sei. Aber die Vermögensverwaltung ist eben für die Bank auch das bessere Geschäft in Zeiten wachsender Bürokratie.

Commerzbank, Wertpapiergeschäft und

Kunden mit Amerika-Bezug

Die Commerzbank hat 2013 begonnen, das Wertpapiergeschäft für Amerikaner mit eigenem Profil innerhalb der Vermögensverwaltung abzutrennen.

Ende Juli verwaltete sie für internationale Kunden Vermögen von 1340 Millionen Euro, davon 298 Millionen Euro nach amerikanischen Normen.

Vermutlich wird dieser Betrag Richtung Jahreswechsel stark wachsen, weil die Commerzbank ihre Kunden mit Amerika-Bezug eben vor die Wahl gestellt hat, die Vermögensverwaltung zu akzeptieren oder das Wertpapierdepot zu kündigen.

Damit Letzteres nicht passiert, kommt man ihnen ein Stück entgegen.

„Für Kunden, die von ihrem Arbeitgeber nach Amerika entsandt sind, bieten wir die internationale Vermögensverwaltung mit Einzeltiteln in vier Risikoklassen statt wie üblich ab 250 000 Euro ab 150 000 Euro an“, lautet sein Vorschlag zur Güte.

Weitere Fragen über Kunden met Amerika-Bezug?

Wir, die Gründer von Americans Overseas, wurden in Europa geboren und erhielten unsere amerikanische Staatsbürgerschaft durch unsere (amerikanische) Mutter.

Als wir dies zum ersten Mal um 2013 hörten, gab es Unglauben (das kann doch nicht wahr sein), Wut (wo man das einfach so machen kann), Angst (bekomme ich jetzt Geldstrafen oder Probleme) und Panik (was soll ich tun?) Es ist (leider) wahr, dass es eine amerikanische Steuerpflicht gibt.

Für uns gab es keine Informationen von der lokalen Regierung, das Konsulat verwies uns an das amerikanische Finanzamt, und das Finanzamt war undurchdringlich.

Deshalb haben wir diese Initiative ins Leben gerufen, um Menschen aus aller Welt mit guten Informationen zu helfen, unnötige Panik zu vermeiden und unverbindlich und kostenlos Hilfe zu leisten. Wenn gewünscht und notwendig, verfügen wir über ein Netzwerk von bezahlbaren Fachleuten (Buchhaltern), die Ihnen bei Ihren Verpflichtungen behilflich sein können.

Haben Sie weitere Fragen zum Amerika-Bezug? Wenn das der Fall ist, kontaktieren Sie Americans Overseas.

 

QuelleFrankfurter Allgemeine Zeitung