Niedrigere Gebühr für die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft endgültig beschlossen

Linda Mabelis

7 min
Veröffentlicht am: 14-03-2026 Zuletzt geändert am: 14-03-2026

Zusammenfassung

Die Gebühr für die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft sinkt von 2.350 auf 450 US-Dollar. Die neue Regel tritt am 13. April 2026 in Kraft, die praktische Umsetzung bleibt jedoch von den US-Botschaften und Konsulaten abhängig.

Am 13. März 2026 hat das US-Außenministerium (U.S. Department of State) eine endgültige Regel im Federal Register veröffentlicht. Damit steht nun endgültig fest, dass die Gebühr für die administrative Bearbeitung eines Certificate of Loss of Nationality (CLN) gesenkt wird. Für Amerikaner im Ausland, die erwägen, ihre US-Staatsbürgerschaft aufzugeben, ist das eine wichtige Entwicklung. Die Gebühr wird von 2.350 US-Dollar auf 450 US-Dollar gesenkt, und die neue Regel tritt am 13. April 2026 in Kraft.

Die niedrigere Gebühr ändert allerdings nichts daran, dass Verfahren, Terminverfügbarkeit und Wartezeiten je nach Konsulat stark unterschiedlich sein können. Auch in Deutschland läuft die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft über das Konsulat oder die Botschaft, jeweils mit eigenen Abläufen und Terminstrukturen.

Was ändert sich?

Die Gebühr für die Bearbeitung eines Antrags auf ein Certificate of Loss of Nationality wird gesenkt von:

2.350 US-Dollar auf 450 US-Dollar

Diese Gebühr gilt für Personen, die ihre US-Staatsbürgerschaft formell aufgeben oder ihre US-Staatsangehörigkeit auf andere Weise nach US-Recht verlieren und dafür über eine US-Botschaft oder ein US-Konsulat ein Certificate of Loss of Nationality beantragen.

Wann tritt die neue Gebühr in Kraft?

Die Regel wurde am 13. März 2026 veröffentlicht und tritt am 13. April 2026 in Kraft.

Die Umsetzung liegt bei den US-Botschaften und Konsulaten

Obwohl die Regel nun endgültig beschlossen wurde, ist wichtig zu betonen, dass Americans Overseas keine Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahme spielt.

Die Verfahren zur Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft werden vollständig vom U.S. Department of State sowie von den einzelnen US-Botschaften und Konsulaten verwaltet. In der Praxis bedeutet das, dass die Konsulate entscheiden:

  • wann und wie viele Termine verfügbar sind
  • wann die neue Gebühr tatsächlich angewendet wird
  • wie das Verfahren vor Ort durchgeführt wird

Jeder ist daher von der praktischen Umsetzung durch die US-Konsulate abhängig. Wir empfehlen unseren Mitgliedern deshalb, immer direkt bei ihrer örtlichen Botschaft oder ihrem Konsulat nachzufragen, welche Gebühr zum Zeitpunkt des Termins gilt.

Eine wichtige und unumkehrbare Entscheidung

Die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft ist ein sehr weitreichender Schritt und grundsätzlich unumkehrbar. Sobald die Staatsbürgerschaft aufgegeben wurde und ein Certificate of Loss of Nationality ausgestellt ist, lässt sich diese Entscheidung nicht ohne Weiteres rückgängig machen.

Der Verlust der US-Staatsbürgerschaft kann unter anderem Folgen haben für:

  • das Recht, in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten
  • den Zugang zu bestimmten Sozialleistungen
  • Reise- und Einwanderungsregelungen für zukünftige Besuche in den USA
  • steuerliche Verpflichtungen und mögliche Exit Tax-Regeln

Deshalb ist es wichtig, dass jeder, der diesen Schritt in Erwägung zieht, sich gut informiert und die möglichen Folgen sorgfältig abwägt, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Lesen Sie mehr in unserem Wissenszentrum-Artikel über ich überlege, meine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben.

Hintergrund der Änderung

Die Senkung der Gebühr wurde ursprünglich im Oktober 2023 vorgeschlagen. Nach einer Phase, in der die Öffentlichkeit Stellungnahmen einreichen konnte, und nach einer internen Prüfung innerhalb der US-Regierung hat das Außenministerium die endgültige Regel nun beschlossen und die Schedule of Fees for Consular Services angepasst.

Für viele Amerikaner im Ausland galt die bisherige Gebühr von 2.350 US-Dollar jahrelang als erhebliche finanzielle Hürde. Die neue Gebühr von 450 US-Dollar bedeutet daher eine deutliche Senkung, auch wenn es sich weiterhin um ein formelles konsularisches Verfahren handelt.

Steuererklärungen und steuerliche Verpflichtungen

Die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft bedeutet nicht automatisch, dass alle steuerlichen Verpflichtungen sofort enden. Personen, die ihre Staatsbürgerschaft aufgeben, müssen angeben, dass sie in den fünf Jahren vor der Aufgabe vollständig steuerlich compliant waren oder noch compliant werden. Darüber hinaus muss auch für das Jahr der Aufgabe noch eine Steuererklärung eingereicht werden.

Dies wird durch die Einreichung des IRS Form 8854 beim IRS bestätigt. Je nach Einkommen, Vermögen und bisheriger steuerlicher Situation kann eine Person bei der Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft auch unter die sogenannte Exit Tax fallen.

Da die steuerlichen Folgen komplex sein können und von Person zu Person unterschiedlich sind, kann es sinnvoll sein, vorab professionelle steuerliche Beratung über Americans Overseas in Anspruch zu nehmen.

Wenn Sie nicht vollständig compliant sind: das Streamlined Procedure

Für manche Amerikaner im Ausland, die ihre US-Steuererklärungspflichten nicht vollständig erfüllt haben, besteht die Möglichkeit, die Streamlined Foreign Offshore Procedures zu nutzen. Dieses Programm des IRS ist für Steuerpflichtige gedacht, die ihre Erklärungen ohne Vorsatz („non-willful“) nicht eingereicht haben.

Über dieses Verfahren können rückständige Steuererklärungen und Meldungen nachgereicht werden, sodass man wieder steuerlich compliant werden kann. Da die Voraussetzungen und Folgen je nach Situation unterschiedlich sind, ist es ratsam, vor weiteren Schritten steuerlichen Rat einzuholen.

Lesen Sie mehr in unserem Artikel über das Streamlined Procedure.

Wartezeiten bei US-Konsulaten: Bitte nicht unterschätzen

Eine niedrigere Gebühr ändert nichts daran, dass die Wartezeiten und Verfahren bei US-Konsulaten sehr unterschiedlich sein können. Das gilt innerhalb Europas ebenso wie außerhalb Europas. Wer erwägt, seine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben und steuerlich noch nicht auf dem neuesten Stand ist, sollte sich rechtzeitig beraten lassen.

Ohne gute Vorbereitung können die Gesamtkosten am Ende höher ausfallen als nur die konsularische Gebühr. Dazu können die Kosten für die Erstellung fehlender Steuererklärungen, mögliche Nachmelde- oder Offenlegungsverfahren und die abschließende Expatriation-Dokumentation gehören.

Hinzu kommt, dass in der kommenden Zeit wahrscheinlich kaum mit schnellen Verzichtsverfahren zu rechnen ist: Die Umsetzung bleibt von den lokalen Konsulaten abhängig, während das Interesse gerade durch die Gebührensenkung zunehmen könnte. Die lokale Anwendung kann zudem von Vertretung zu Vertretung unterschiedlich sein.

Das Team von Americans Overseas ist in der Regel gut über Wartezeiten und Verfahren informiert. Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf, wenn Sie eine Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft in Erwägung ziehen und Ihre steuerliche und praktische Situation zunächst gut einschätzen möchten.

FATCA bleibt für viele Menschen ein Hintergrundthema

Für einen Teil der Betroffenen spielt auch FATCA im Hintergrund eine Rolle. FATCA verpflichtet Finanzinstitute dazu, Informationen über US-Kontoinhaber zu melden, und dieser Informationsaustausch mit dem IRS bleibt in vielen Ländern weiterhin bestehen.

Lesen Sie deshalb auch unser Wissenszentrum zu FATCA.

Americans Overseas verfolgt die Entwicklungen weiter

Americans Overseas wird weiterhin beobachten, wie diese Änderung weltweit von US-Konsulaten umgesetzt wird, und Mitglieder über relevante Entwicklungen informieren, die Amerikaner im Ausland betreffen.

Die Gebührensenkung ist eine wichtige Entwicklung, beantwortet aber nicht alle praktischen und steuerlichen Fragen rund um die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft. Gerade deshalb bleibt eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend.

Nehmen Sie jetzt für weitere Informationen Kontakt auf

 

Quelle

Federal Register – U.S. Department of State, Schedule of Fees for Consular Services—Fee for Administrative Processing of Request for Certificate of Loss of Nationality, veröffentlicht am 13. März 2026, wirksam ab 13. April 2026.

Geschrieben von Linda Mabelis

Geschäftsführer & Partner

Linda Mabelis ist Geschäftsführerin und Inhaberin von Americans Overseas und hilft Privatpersonen, den richtigen Steueranwalt für ihre individuelle Situation zu finden. Mit umfangreicher Berufserfahrung und einem tiefen Verständnis für die Komplexität, mit der Americans Overseas konfrontiert ist, ist Linda Mabelis bestrebt, personalisierte und effektive Lösungen anzubieten.

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Häufig gestellte Fragen zur niedrigeren Gebühr für die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft

Verstehen des US-Steuersystems, der Verpflichtungen und aller zusätzlichen Bedingungen kann schwierig sein. Vor allem, wenn man außerhalb Amerikas lebt. Ist Ihre Frage nicht beantwortet? Kontaktieren Sie uns.

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