Die Gebühr für die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft sinkt von 2.350 auf 450 US-Dollar. Die neue Regel tritt am 13. April 2026 in Kraft, die praktische Umsetzung bleibt jedoch von den US-Botschaften und Konsulaten abhängig.
Am 13. März 2026 hat das US-Außenministerium (U.S. Department of State) eine endgültige Regel im Federal Register veröffentlicht. Damit steht nun endgültig fest, dass die Gebühr für die administrative Bearbeitung eines Certificate of Loss of Nationality (CLN) gesenkt wird. Für Amerikaner im Ausland, die erwägen, ihre US-Staatsbürgerschaft aufzugeben, ist das eine wichtige Entwicklung. Die Gebühr wird von 2.350 US-Dollar auf 450 US-Dollar gesenkt, und die neue Regel tritt am 13. April 2026 in Kraft.
Die niedrigere Gebühr ändert allerdings nichts daran, dass Verfahren, Terminverfügbarkeit und Wartezeiten je nach Konsulat stark unterschiedlich sein können. Auch in Deutschland läuft die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft über das Konsulat oder die Botschaft, jeweils mit eigenen Abläufen und Terminstrukturen.
Die Gebühr für die Bearbeitung eines Antrags auf ein Certificate of Loss of Nationality wird gesenkt von:
Diese Gebühr gilt für Personen, die ihre US-Staatsbürgerschaft formell aufgeben oder ihre US-Staatsangehörigkeit auf andere Weise nach US-Recht verlieren und dafür über eine US-Botschaft oder ein US-Konsulat ein Certificate of Loss of Nationality beantragen.
Die Regel wurde am 13. März 2026 veröffentlicht und tritt am 13. April 2026 in Kraft.
Obwohl die Regel nun endgültig beschlossen wurde, ist wichtig zu betonen, dass Americans Overseas keine Rolle bei der Umsetzung dieser Maßnahme spielt.
Die Verfahren zur Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft werden vollständig vom U.S. Department of State sowie von den einzelnen US-Botschaften und Konsulaten verwaltet. In der Praxis bedeutet das, dass die Konsulate entscheiden:
Jeder ist daher von der praktischen Umsetzung durch die US-Konsulate abhängig. Wir empfehlen unseren Mitgliedern deshalb, immer direkt bei ihrer örtlichen Botschaft oder ihrem Konsulat nachzufragen, welche Gebühr zum Zeitpunkt des Termins gilt.
Die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft ist ein sehr weitreichender Schritt und grundsätzlich unumkehrbar. Sobald die Staatsbürgerschaft aufgegeben wurde und ein Certificate of Loss of Nationality ausgestellt ist, lässt sich diese Entscheidung nicht ohne Weiteres rückgängig machen.
Der Verlust der US-Staatsbürgerschaft kann unter anderem Folgen haben für:
Deshalb ist es wichtig, dass jeder, der diesen Schritt in Erwägung zieht, sich gut informiert und die möglichen Folgen sorgfältig abwägt, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
Lesen Sie mehr in unserem Wissenszentrum-Artikel über ich überlege, meine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben.
Die Senkung der Gebühr wurde ursprünglich im Oktober 2023 vorgeschlagen. Nach einer Phase, in der die Öffentlichkeit Stellungnahmen einreichen konnte, und nach einer internen Prüfung innerhalb der US-Regierung hat das Außenministerium die endgültige Regel nun beschlossen und die Schedule of Fees for Consular Services angepasst.
Für viele Amerikaner im Ausland galt die bisherige Gebühr von 2.350 US-Dollar jahrelang als erhebliche finanzielle Hürde. Die neue Gebühr von 450 US-Dollar bedeutet daher eine deutliche Senkung, auch wenn es sich weiterhin um ein formelles konsularisches Verfahren handelt.
Die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft bedeutet nicht automatisch, dass alle steuerlichen Verpflichtungen sofort enden. Personen, die ihre Staatsbürgerschaft aufgeben, müssen angeben, dass sie in den fünf Jahren vor der Aufgabe vollständig steuerlich compliant waren oder noch compliant werden. Darüber hinaus muss auch für das Jahr der Aufgabe noch eine Steuererklärung eingereicht werden.
Dies wird durch die Einreichung des IRS Form 8854 beim IRS bestätigt. Je nach Einkommen, Vermögen und bisheriger steuerlicher Situation kann eine Person bei der Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft auch unter die sogenannte Exit Tax fallen.
Da die steuerlichen Folgen komplex sein können und von Person zu Person unterschiedlich sind, kann es sinnvoll sein, vorab professionelle steuerliche Beratung über Americans Overseas in Anspruch zu nehmen.
Für manche Amerikaner im Ausland, die ihre US-Steuererklärungspflichten nicht vollständig erfüllt haben, besteht die Möglichkeit, die Streamlined Foreign Offshore Procedures zu nutzen. Dieses Programm des IRS ist für Steuerpflichtige gedacht, die ihre Erklärungen ohne Vorsatz („non-willful“) nicht eingereicht haben.
Über dieses Verfahren können rückständige Steuererklärungen und Meldungen nachgereicht werden, sodass man wieder steuerlich compliant werden kann. Da die Voraussetzungen und Folgen je nach Situation unterschiedlich sind, ist es ratsam, vor weiteren Schritten steuerlichen Rat einzuholen.
Lesen Sie mehr in unserem Artikel über das Streamlined Procedure.
Eine niedrigere Gebühr ändert nichts daran, dass die Wartezeiten und Verfahren bei US-Konsulaten sehr unterschiedlich sein können. Das gilt innerhalb Europas ebenso wie außerhalb Europas. Wer erwägt, seine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben und steuerlich noch nicht auf dem neuesten Stand ist, sollte sich rechtzeitig beraten lassen.
Ohne gute Vorbereitung können die Gesamtkosten am Ende höher ausfallen als nur die konsularische Gebühr. Dazu können die Kosten für die Erstellung fehlender Steuererklärungen, mögliche Nachmelde- oder Offenlegungsverfahren und die abschließende Expatriation-Dokumentation gehören.
Hinzu kommt, dass in der kommenden Zeit wahrscheinlich kaum mit schnellen Verzichtsverfahren zu rechnen ist: Die Umsetzung bleibt von den lokalen Konsulaten abhängig, während das Interesse gerade durch die Gebührensenkung zunehmen könnte. Die lokale Anwendung kann zudem von Vertretung zu Vertretung unterschiedlich sein.
Das Team von Americans Overseas ist in der Regel gut über Wartezeiten und Verfahren informiert. Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf, wenn Sie eine Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft in Erwägung ziehen und Ihre steuerliche und praktische Situation zunächst gut einschätzen möchten.
Für einen Teil der Betroffenen spielt auch FATCA im Hintergrund eine Rolle. FATCA verpflichtet Finanzinstitute dazu, Informationen über US-Kontoinhaber zu melden, und dieser Informationsaustausch mit dem IRS bleibt in vielen Ländern weiterhin bestehen.
Lesen Sie deshalb auch unser Wissenszentrum zu FATCA.
Americans Overseas wird weiterhin beobachten, wie diese Änderung weltweit von US-Konsulaten umgesetzt wird, und Mitglieder über relevante Entwicklungen informieren, die Amerikaner im Ausland betreffen.
Die Gebührensenkung ist eine wichtige Entwicklung, beantwortet aber nicht alle praktischen und steuerlichen Fragen rund um die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft. Gerade deshalb bleibt eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend.
Nehmen Sie jetzt für weitere Informationen Kontakt auf
Quelle
Federal Register – U.S. Department of State, Schedule of Fees for Consular Services—Fee for Administrative Processing of Request for Certificate of Loss of Nationality, veröffentlicht am 13. März 2026, wirksam ab 13. April 2026.
Verstehen des US-Steuersystems, der Verpflichtungen und aller zusätzlichen Bedingungen kann schwierig sein. Vor allem, wenn man außerhalb Amerikas lebt. Ist Ihre Frage nicht beantwortet? Kontaktieren Sie uns.
Im Ausland lebende US-Bürger und ansässige Ausländer müssen in der Regel eine Bundessteuererklärung abgeben und Steuern auf ihr weltweites Einkommen zahlen.
Mehr lesen... über Wer ist in den USA zur Abgabe von Steuererklärungen verpflichtet?Ja, US-Bürger müssen eine Steuererklärung für ihr weltweites Einkommen abgeben, unabhängig davon, wo sie leben und arbeiten.
Mehr lesen... über Müssen US-amerikanische Bürger, die im Ausland leben, immer noch eine Steuererklärung in den USA abgeben?Haben Sie einen US-Scheck erhalten? Sie können Ihren Scheck auf folgende Weise einlösen: bei Ihrer eigenen Bank, durch Überweisung an eine andere Person (Indossament), durch Einlösen von Schecks über einen Online-Dienst oder durch Einlösen des Schecks bei einer anderen Bank.
Mehr lesen... über Wie kann ich meinen US-Scheck einlösen?US-Bürger, die im Ausland leben, müssen unter Umständen das Formular 2555 und/oder das Formular 1116 einreichen, um den Ausschluss für Einkünfte aus ausländischer Tätigkeit geltend zu machen.
Mehr lesen... über Sind für im Ausland lebende US-Bürger besondere Steuerformulare erforderlich?FBAR (Foreign Bank Account Report) ist die Verpflichtung für bestimmte US-Personen und Unternehmen, ihre ausländischen Finanzkonten an das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums zu melden. Die FBAR-Meldepflicht gilt für US-Personen, die ein finanzielles Interesse an einem oder mehreren ausländischen Finanzkonten haben oder eine Unterschrift darauf leisten, wenn der Gesamtwert dieser Konten zu irgendeinem Zeitpunkt im Kalenderjahr 10 000 USD übersteigt.
Mehr lesen... über Was ist eine FBAR-Erklärung?Ja. Das US-Außenministerium hat die Gebühr für die administrative Bearbeitung eines Certificate of Loss of Nationality (CLN) von 2.350 US-Dollar auf 450 US-Dollar gesenkt.
Die neue Regel wurde am 13. März 2026 veröffentlicht und tritt am 13. April 2026 in Kraft.
Nicht unbedingt in der Praxis. Die Umsetzung bleibt von den US-Botschaften und Konsulaten abhängig. Diese entscheiden unter anderem, wann Termine verfügbar sind und wann die neue Gebühr tatsächlich angewendet wird.
In vielen Fällen ja. Wer seine US-Staatsbürgerschaft aufgibt, muss in der Regel bestätigen, dass die US-Steuerpflichten der letzten fünf Jahre erfüllt wurden. Außerdem muss meist auch für das Jahr der Aufgabe noch eine Steuererklärung eingereicht werden, einschließlich IRS Form 8854.
Für manche Amerikaner im Ausland können die Streamlined Foreign Offshore Procedures eine Möglichkeit sein. Über dieses Verfahren können rückständige Steuererklärungen und Meldungen nachgereicht werden, sodass man wieder compliant werden kann.
Ja, das ist möglich. Je nach Einkommen, Vermögen und bisheriger steuerlicher Situation kann bei der Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft die US-amerikanische Exit Tax relevant werden.
Nein. Americans Overseas führt das konsularische Verfahren nicht selbst durch. Die formelle Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft läuft vollständig über das U.S. Department of State und die zuständige US-Botschaft oder das zuständige Konsulat. Americans Overseas kann jedoch bei Information, steuerlicher Vorbereitung und Einordnung der Folgen helfen.