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Washingtons langer Arm verängstigt US-Bürger im Ausland

envelop Nederland

Amerika ist das einzige entwickelte Land auf der Welt, das seinen Staatsbürgern eine Steuerpflicht auferlegt, egal wo sie wohnen oder arbeiten (mit oder ohne Pass, Greencard Besitzer, sonstige).  Alle Banken und Finanzinstitutionen ausserhalb der USA werden durch die Vereinigten Staaten gezwungen, die Namen ihrer amerikanischen Konteninhaber preiszugeben.  Die bekannte Zeitung ‘NRC Handelsblad’ berichtet über die Verwirrung, die bei US-Bürgern entstanden ist. 

Autor: Maarten Huygen
Illustration: Boudewijn van Diepen 

AMSTERDAM Es herrscht grosse Unsicherheit darüber, welche Kundeninformationen Banken ausserhalb von Amerika der amerikanischen Regierung ab dem nächsten Monat weiterleiten werden. Die Banken müssen die Namen der sogenannten US-Personen registrieren, der in Deutschland lebenden Personen, die entweder die amerikanische Nationalität oder eine amerikanische Arbeitsgenehmigung besitzen. Es betrifft hier schätzungsweise 300.000 Personen.

Die Verpflichtung zur Steuererklärung basiert auf dem Foreign Assets Tax Compliance Act (FATCA), einem Vertrag, der im Jahr 2013 zwischen der amerikanischen und der deutschen Regierung abgeschlossen wurde. Mit diesem Gesetz erhoffen sich die Vereinigten Staaten, die Einkommen der im Ausland lebenden Amerikaner überwachen zu können. Aus diesem Grund haben die deutschen Banken ihre Kunden auf US-Staatsbürgerschaft oder andere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten überprüft.  Die Banken stellen diese Informationen der deutschen Steuerbehörde zur Verfügung, und ab September werden diese dann die Informationen an die amerikanische Steuerbehörde weiterleiten. 

US-Personen

In den Niederlanden haben bereits mehrere Untersuchungen stattgefunden. Mehr als die Hälfte der Kunden bei niederländischen Banken, die die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, ist nicht darüber informiert, ob ihre persönlichen Informationen weitergeleitet werden, so ergab eine Befragung unter 350 Kunden von Americans Overseas, einer Organisation, die Amerikanern auf der ganzen Welt bei ihrer Steuererklärung in den USA unterstützt. 

Zeitraubende Prozedur 

Darüberhinaus sind viele Personen, die einen amerikanischen Elternteil haben oder die doppelte Nationalität besitzen, sich noch nicht einmal der Tatsache bewusst, dass ein solcher Vertrag zwischen Deutschland und den USA besteht. Beide Regierungen haben so gut wie keine aktive Mitteilungen über diese Verpflichtungen gemacht. Nachdem sie endlich gewarnt worden waren, begannen die Leute sich zu beschweren – wie schon vorher in dieser Zeitung berichtet wurde – über die  mühsame, zeitraubende Prozedur. Sie müssen beispielsweise häufig erst eine amerikanische Social Security Number beantragen. Sie riskieren auch extra Bussgelder.

MILLIONEN AUSSERHALB DER GRENZEN 

8,7 Millionen Amerikaner, die nicht in den USA leben, müssen dort ihre Steuererklärung abgeben.

300.000 Personen in dieser Situation leben schätzungsweise in Deutschland.

3.400 Amerikaner haben 2014 ihre Nationalität aufgegeben.  Es wird erwartet, dass diese Anzahl dieses Jahr noch höher sein wird, aus Unzufriedenheit über die verpflichtete Steuererklärung. 

Laut Daan Durlacher von Americans Overseas sollten Regierungen einheitlich und eindeutig festlegen,  auf welche Art und Weise die Banken und Finanzinstitutionen den FATCA Vertrag ausführen. Luxemburg und die Schweiz haben in ihren FATCA Verträgen mit den USA beispielsweise deutlich vereinbart, dass die Banken ihre Kunden sorgfältig informieren und auf dem Laufenden halten müssen. In vielen Ländern besteht eine solche Verpflichtung nicht.

Wegen dieser neuen Regeln sah 20% der Kunden von Americans Overseas sich gezwungen, ihre Anlagekonten aufzuheben, da diese sich der Überwachung durch die USA entzogen. Aufgrund der verwaltungstechnischen Belastung, tätigt die Investmentbank ‘Alex’ keine Geschäfte mehr mit amerikanischen Kunden. ‘Alex’ schrieb ihren amerikanischen Kunden einen Brief, in dem diese informiert wurden, dass ‘Alex’ alle Dienst an US-Bürger beendet und die Anlagekonten schliesst, da sie sich “wie ein Grossteil der niederländischen Banken, nicht mehr an die FATCA Regeln konfirmieren wollen”.

Die Verpflichtung, die die Höhe der Beträge auf den Konten bekannt zu machen, sollte das Aufspüren von Schwarzgeld ermöglichen und diente eigentlich dem Zweck, die ‘grossen Fische’, die Kunden mit mehr als $ 50.000 Spargeld auf ihren Konten, zu entdecken. Aber laut Vertrag steht es den Banken auch frei, Informationen über all ihre US-Personen weiterzuleiten, einschliesslich derer, die weniger Geld besitzen.

In der Praxis bedeutet dies, dass Banken die Regelungen nach eigenem Ermessen interpretieren. Eine Bank zum Beispiel, meldet einfach alle US-Personen an die Steuerbehörde. Die betroffenen Kunden haben ausserdem einen zusätzlichen Fragebogen von dieser Bank erhalten. 

Einige andere Banken beschränken sich auf die US-Personen mit 50.000 Dollar und Vermögenswerten. Alle Kunden auf dieser Liste erhalten eine schriftliche Benachrichtigung von diesen Banken. Das bedeutet, dass Kunden mit weniger als 50.000 Dollar Guthaben, nichts hören. Das ist sehr verwirrend, da die Kunden in dieser Gruppe erst wohl gefragt wurden, ob sie eine US-Person sind.

Grosse Verwirrung

Laut Aussage von Kunden von Americans Overseas sind die Mitarbeiter ihrer Banken, mit denen sie in Kontakt stehen, oftmals nicht gut über all diese Angelegenheiten informiert. Eine noch unbekannte Anzahl von Amerikanern wurde auch bis heute noch nicht über ihre Verpflichtungen informiert, sie haben auch noch keinen Fragebogen erhalten. Und selbst bei den Amerikanern, die wohl schon Kontakt mit ihrer Bank gehabt haben, herrscht noch viel Unsicherheit. 

Obwohl die Meldepflicht des FATCA Vertrages erst bei einem Guthaben ab 50.000 Dollar anfängt, sind US-Personen, die im Ausland leben, bereits ab einem Einkommen von 10.000 Dollar und höher verpflichtet, ihre US-Steuern zu erklären. Anders als in anderen Ländern bürden die USA all ihren Landsleuten, die im Ausland leben, eine Steuerpflicht auf. Die bereits in einem anderen Land bezahlte Einkommenssteuer kann normalerweise von der fälligen Schuld abgezogen werden, was bedeutet, dass jemand ohne viel Aktienkapital und einem Jahreseinkommen von weniger als 100.000 Dollar, in den meisten Fällen keine extra Steuern bezahlen muss.  

Dieser Artikel wurde zum Zwecke der Veröffentlichung durch Americans Overseas bearbeitet.

Der ursprüngliche Artikel erschien am Montag, den 17. August 2015 im NRC Handelsblad.

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